Krebserkrankungen der weiblichen Brust und der inneren weiblichen Geschlechtsorgane bilden für jede Frau ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen geben nicht nur Gewissheit über den eigenen Gesundheitszustand, sondern machen es möglich, die Krankheit rechtzeitig in den Griff zu bekommen.
Ab dem 20. Lebensjahr können Frauen einmal jährlich einen Check zur Krebsfrüherkennung durchführen lassen. Die Kosten für die Untersuchung übernehmen die Krankenkassen. Mit steigendem Alter werden zusätzliche Früherkennungsmaßnahmen wichtig.

Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Im Rahmen eines bundesweiten Programms bietet die KV RLP deshalb gemeinsam mit den gesetzlichen und privaten Krankenkassen in Rheinland-Pfalz das Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren an.
Untersuchung
Die Mammographie ist eine höchst sichere Untersuchungsmethode zur Brustkrebsfrüherkennung. Dabei werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen angefertigt, die mindestens zwei Ärzte im Anschluss begutachten. Bereits kleinste Veränderungen im Brustgewebe kann die Mammographie sichtbar machen, lange bevor sie überhaupt ertastbar sind.
Dies ist umso wichtiger, denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar und heilbar. Damit stellt die Mammographie eine wichtige Ergänzung der persönlichen Vorsorge dar. Die jährliche Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt ersetzt sie jedoch nicht, denn hier wird die Brust noch einmal nach verdächtigen Knoten abgetastet.
Teilnahme am Mammographie-Screening
Jede Frau in Rheinland-Pfalz zwischen 50 und 69 Jahren wird automatisch alle zwei Jahre von der Zentralen Stelle bei der KV RLP eingeladen und erhält per Post einen persönlichen Untersuchungstermin. Sie entscheidet selbst, ob sie den Termin wahrnimmt. Die Praxisgebühr von zehn Euro entfällt. Eine Überweisung ist nicht nötig. Die Kosten der Untersuchung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wenn Sie privat versichert sind, klären Sie die Übernahme der Kosten bitte vorab mit Ihrer Versicherung. Falls die Kosterstattung über das Sozialamt erfolgt, müssen Sie die Untersuchung vorher dort beantragen.
Termin-Hotline
Über die Termin-Hotline der Zentralen Stelle bei der KV RLP können die eingeladenen Frauen ihren Termin bei Bedarf verschieben oder eine andere zugelassene Mammographie-Praxis wählen. Sie erreichen die Hotline
| Termin-Hotline Mammographie-Screening | |
| MO-DO | 8-17 Uhr |
| FR | 8-14 Uhr |
| Telefon 0180 5 / 77 00 07 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz) | |
| Fax 0 63 21 / 89 32 06 | |
| E-Mail info(a)zs-rlp.de | |
| Anschrift | |
| Zentrale Stelle Mammographie-Screening Rheinland-Pfalz | |
| Maximilianstraße 22 | |
| 67433 Neustadt a. d. Weinstraße |
Gebärmutterhalskrebs
Neben der Brustkrebsvorsorge ist auch die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ein Thema, das jede Frau ernst nehmen sollte. Allein in Deutschland werden jährlich rund 6.500 Neuerkrankungen verzeichnet. Vor allem ältere Frauen sind betroffen. Da die Erkrankung über lange Zeit keinerlei Beschwerden verursacht, sind regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt dringend erforderlich. Wird Gebärmutterhalskrebs im Vor- oder Frühstadium entdeckt, kann er in fast allen Fällen geheilt werden.

Als Hauptursache für die Erkrankung gilt die Infektion mit den sogenannten Humanen Papillomaviren – kurz HPV. Diese Viren werden sexuell übertragen, weshalb ein häufiger Wechsel der Sexualpartner die Ansteckungsgefahr deutlich erhöht. Man geht davon aus, dass sich mindestens jede fünfte bis achte Frau einmal in ihrem Leben mit HPV infiziert.
Impfung und Abstrich
Eine Impfung gegen HPV ist möglich. Allerdings muss diese derzeit noch vor dem ersten Kontakt mit dem Virus stattfinden. Sinnvoll ist sie deswegen vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Seit 2007 übernehmen die Krankenkassen in Rheinland-Pfalz die Kosten bei Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren.
Darüber hinaus kann jede Frau ab dem 20. Lebensjahr im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge eine Abstrichuntersuchung durchführen lassen. Dabei werden mit einem Watte- oder Holzstäbchen Zellen vom Gebärmutterhals entnommen, parallel dazu wird der Gebärmuttermund durch ein Vergrößerungsglas betrachtet. Die entnommen Zellen werden an ein Labor geschickt und dort auf Veränderungen hin untersucht.
Gebärmutterschleimhautkrebs
Neben dem Gebärmutterhals kann auch die Gebärmutterschleimhaut, die das Innere der Gebärmutter auskleidet, bösartige Wucherungen ausbilden. Bei knapp 12.000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren ist dies in Deutschland in jedem Jahr der Fall. Den Auslöser der Erkrankung sehen Wissenschaftler im hormonellen Umstellungsprozess während der Menopause und dem dadurch bedingten Östrogenüberschuss. Dieser regt ein vermehrtes Zellwachstum an und begünstigt die Entartung der Zellen.
Früherkennung
Die Früherkennung von Gebärmutterschleimhautkrebs ist schwierig. Eine Abstrichuntersuchung wie sie für die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses sinnvoll ist bringt hier nur selten das gewünschte Ergebnis. Mit dem Ultraschallgerät kann der Frauenarzt bisweilen Hinweise auf einen unregelmäßigen Aufbau der Schleimhaut finden.
Da es aktuell keine sichere Methode zur Früherkennung von Gebärmutterschleimhautkrebs gibt, sollten Frauen Veränderungen wie z. B. Blutungen oder Schmerzen im Unterbauch direkt vom Frauenarzt abklären lassen. Auch hier gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Eierstockkrebs
Auch der Eierstockkrebs zählt bei Frauen mit 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigeren Krebserkrankungen. Da das Risiko einer Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr steigt, sollte sich jede Frau spätestens ab diesem Zeitpunkt einmal jährlich gezielt auf Eierstockkrebs hin untersuchen lassen.
Ähnlich wie die Krebserkrankungen der Gebärmutter ruft auch der Eierstockkrebs wenige Beschwerden hervor und wird daher meist erst relativ spät entdeckt. Oft sind die Eierstöcke nicht Ausgangspunkt der Erkrankung, sondern werden durch Metastasen anderer Krebsarten wie z. B. Brustkrebs, Lungenkrebs oder Gebärmutterhalskrebs befallen.
Die effizienteste Vorsorge stellt eine regelmäßige Untersuchung des Beckens durch den Frauenarzt dar. Durch Ultraschall kann dieser die Eierstöcke sehr gut kontrollieren. Zwar werden die Kosten für die Eierstockkrebsvorsorge noch nicht von den Krankenkassen übernommen, doch zahlt sich auch hier die Früherkennung aus: Bei Diagnose im Frühstadium ist Eierstockkrebs in vielen Fällen heilbar.