Tagtäglich wird unser Immunsystem mit den unterschiedlichsten Erregern konfrontiert. Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirkungsvollsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, denn sie bieten einen umfassenden Schutz vor vielen Infektionskrankheiten.
Impfungen regen den Körper zur Bildung eigener Abwehrstoffe an. Bei einer Impfung wird ein Serum verabreicht, das abgetötete oder abgeschwächte Erreger enthält, auf die der Körper mit der Bildung von Abwehrstoffen reagiert. So baut er einen eigenen Schutzschild gegen die Auslöser einer Infektionskrankheit auf.
Die Begleiterscheinungen von Impfungen wie kurzfristige Rötungen, Schwellungen oder leichtes Fieber sind ein positives Zeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte mobilisiert. Sind Sie einmal im Zweifel über die auftretenden Impfreaktionen, sollten Sie unbedingt den impfenden Arzt aufsuchen.
Die verwendeten Impfstoffe sind immer genau geprüft und haben sich bereits bewährt. Grundsätzlich sollte frühzeitig, d. h. bereits im Säuglings- und Kindesalter, mit dem Impfen begonnen werden. Diese Grundimmunisierung muss im Laufe des Lebens für bestimmte Krankheiten immer wieder aufgefrischt werden. Konsequenz ist hier das oberste Gebot, im Zweifelsfall aber gilt: besser spät, als nie.
Impfschutz für Kinder
Die Impfungen für den Säugling beginnen ab einem Alter von zwei Monaten. Hierbei handelt es sich um Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Pneumokokken, Kinderlähmung, Hirnhautentzündung durch Hämophilus-Bakterien und Hepatitis B. Ab dem Alter von elf Monaten kommen die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken dazu, ab einem Alter von zwölf Monaten auch die Impfung gegen Meningokokken. Seit kurzem wird für Mädchen ab 12 auch die Impfung gegen Humane Papillomaviren – kurz HPV –, den Erreger von Gebärmutterhalskrebs, empfohlen.
Impfschutz für Erwachsene
Impfschutz ist nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig. Auch Erwachsene müssen konsequent auf ihren Impfschutz achten. Bei ihnen fehlen häufig die Auffrischimpfungen. So sind viele Frauen und Männer nicht ausreichend gegen Diphtherie und Tetanus geschützt. Hier empfiehlt sich eine Auffrischung alle zehn Jahre mit einem Kombinationsimpfstoff.
Im Herbst ist es wichtig, rechtzeitig an die jährliche Influenza-Impfung zu denken. Ältere Menschen und chronisch Kranke sollten zudem die Pneumokokken-Impfung nicht versäumen. Bestimmte Berufsgruppen und Personen mit erhöhter Infektionsgefahr sollten an die Hepatitis A- und B-Impfung sowie die Tollwut-Impfung denken. Wichtig ist in Risikogebieten wie Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auch die Impfung gegen FSME, die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, die durch Viren übertragen wird, welche die Zecken als Zwischenwirt benutzen.
Kinderkrankheiten
Kinderkrankheiten gelten zwar als harmlos, sind es aber nicht. Kinder können nach einem Masernausbruch schwere Hirnschäden davontragen. Nach Mumps können Männer zeugungsunfähig werden. Und bekommt eine Frau in der Schwangerschaft Röteln, kann dies vor allem in den ersten drei Monaten zu schweren Behinderungen beim Ungeborenen führen. Nehmen Sie fehlende Impfungen also nicht auf die leichte Schulter.
Reiseimpfungen
Wenn Sie verreisen möchten, ist auch hier ein umfassender Impfschutz erforderlich. Reiseziel, Reisedauer, Reisestil und Ihr Impfstatus – das sind die entscheidenden Informationen, die Ihr Arzt braucht, um Ihnen einen individuellen Impfplan erstellen zu können.
Wichtig ist, dass Sie die Reisevorbereitungen frühzeitig beginnen. Dies ist besonders dann bedeutsam, wenn verschiedene Impfungen notwendig werden. Aber auch bei Last-Minute-Reisen ist oftmals noch ein Schutz möglich.
Impfpass
Bei der ersten Schutzimpfung erhält jeder einen Impfpass, in dem genau vermerkt wird, wann welche Impfstoffe verabreicht wurden. Diesen benötigt Ihr Arzt, um den aktuellen Impfschutz überprüfen zu können. Deshalb ist es wichtig, den Impfpass genauso sorgfältig wie Ihre anderen Ausweispapiere aufzuheben.