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3. August 2017

Verordnung von Soziotherapie: Änderung der Formulare 26 und 28

Ab 1. Oktober 2017

Die Formulare zur Verordnung von Soziotherapie werden zum 1. Oktober 2017 angepasst. Damit wird insbesondere dem erweiterten Indikationsbereich Rechnung getragen, der mit der Änderung der Soziotherapie-Richtlinie aus dem Jahre 2015 eingeführt wurde. Ablehnungen und Rückfragen vonseiten der Krankenkassen sollen so vermindert werden. Die Formulare 26 und 28 wurden darüber hinaus übersichtlicher gestaltet und redaktionell angepasst.

Im Folgenden haben wir Ihnen die wichtigsten Neuerungen zusammengestellt.

Formular 26: Verordnung von Soziotherapie

Auf dem Formular zur Verordnung von Soziotherapie wird künftig abgebildet, dass Soziotherapie außerhalb des Bereichs des schizophrenen Formenkreises und der affektiven Störungen (Regelversorgung) auch für alle anderen Erkrankungen aus dem Kapitel "Psychische und Verhaltensstörungen" des ICD-10 (F00 bis F99) verordnet werden kann. Es wird bei diesen Diagnosen künftig explizit nach "Art und Ausprägung der Co-Morbiditäten" und den "sonstigen (Fähigkeits-) Einschränkungen" gefragt. Diese Angaben sind Voraussetzung, um für psychische Erkrankungen und Störungen außerhalb der Regelversorgung Soziotherapie verordnen zu können. Mit den Angaben in diesem zusätzlichen Feld sollen Nachfragen der Krankenkassen und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung beim verordnenden Arzt/Psychotherapeuten reduziert werden.

Die Angabe "Art und Dauer der stationären Aufenthalte wegen dieser Erkrankung in den vergangenen zehn Jahren" entfällt, so dass der verordnende Arzt/Psychotherapeut hierzu nicht mehr recherchieren muss. Auch seit wann die Erkrankung besteht, muss er nur noch eintragen, falls es ihm bekannt ist. Darüber hinaus wurde auf dem Vordruck ein Hinweis auf die abrechenbaren EBM-Ziffern aufgenommen.

Formular 28: Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie

Auf dem Formular zur Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie wurde die Erklärung des verordnenden Arztes ergänzt, dass auch zur Überweisung an einen Psychotherapeuten ein Soziotherapeut hinzugezogen werden kann. Diese Ergänzung ist notwendig, da zukünftig auch Vertragspsychotherapeuten Soziotherapie verordnen dürfen.

Auch auf Formular 28 wurde der Hinweis auf die abrechenbare EBM-Ziffer aufgenommen. Zudem muss auch hier nur dann eine Angabe zum Zeitpunkt seit Bestehen der Erkrankung erfolgen, sofern es dem verordnenden Arzt bekannt ist.

Da seit der Änderung der Soziotherapie-Richtlinie bis zu fünf Therapieeinheiten für die soziotherapeutische Unterstützung der Überweisung zur Verfügung stehen (vorher: drei), wurden für die "Abrechnung des soziotherapeutischen Leistungserbringers" die entsprechenden Felder erweitert.

Stichtagsregelung: Ab 1. Oktober gelten nur noch die neuen Formulare

Bitte beachten Sie, dass es sich um eine Stichtagsregelung handelt. Das heißt, bisher verwendete Formulare dürfen ab dem 1. Oktober 2017 nicht aufgebraucht werden und Praxen müssen rechtzeitig neue Vordrucke bestellen.

Die neuen Formulare 26 und 28 werden auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein. Ansichtsexemplare haben wir beigefügt. Das Formular 27 (Soziotherapeutischer Betreuungsplan
gem. § 37 a SGB V) wurde nicht verändert.

Die entsprechenden Vordruckerläuterungen der Formulare wurden ebenfalls überarbeitet.

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22. August 2017