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19. Mai 2017

Sehhilfen

GKV-Versicherte haben bereits jetzt einen erweiterten Leistungsanspruch

Mit dem Inkrafttreten des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) am 11. April 2017 wurde eine Erweiterung des Anspruchs auf Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe im Bereich der erwachsenen Versicherten vorgenommen.

Die Anpassung der Hilfsmittel-Richtlinie wird vorrausichtlich zum Ende des Jahres 2017 abgeschlossen sein. Änderungen an den Vordruckmustern 8 und 8A sind durch die Neuregelungen bisher nicht vorgesehen. Für den Übergangszeitraum zwischen Inkrafttreten des Gesetzes und endgültiger Anpassung und Bekanntgabe der Richtlinie besteht für die betroffenen Versicherten bereits ein Leistungsanspruch.

Wie bisher haben folgende Versicherte Anspruch auf Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe:

  • Kinder bis 18 Jahre
  • Sehbeeinträchtigte mit bestkorrigiertem Visus ≤ 0,3 auf dem besseren Auge oder beidäugigem Gesichtsfeld ≤ zehn Grad

Zu den Anspruchsberechtigten neu hinzugenommen wurden:

  • Erwachsene mit "verordneter Fernkorrektur" von mehr als sechs Dioptrien bei Myopie oder Hyperopie oder mehr als vier Dioptrien bei Astigmatismus

Verordnete Fernkorrektur ist maßgebend

Die KBV weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Dioptriengrenze bei der verordneten Fernkorrektur erreicht werden muss. Die Fernrefraktion – zum Beispiel 6,5 dpt – ist als Begründung anzugeben. Bei einem Hyperopen, der nur bei dem Nahwert, aber nicht bei dem Fernwert auf über 6 dpt kommt, darf keine Verordnung zu Lasten der GKV erfolgen. Bei Astigmatismus ist der Wert des stärksten Hauptschnittes entscheidend.

Nach wie vor gilt, wenn nur auf einem Auge die Dioptriengrenze erreicht wird, können Brillengläser oder bei "medizinischer Indikation" (§15 HilfsM-RL) Kontaktlinsen für beide Augen verordnet werden. Die Brillenfassung geht weiterhin vollständig zu Lasten des Versicherten. Die Festbeträge zu den jeweils erforderlichen Brillengläsern/Kontaktlinsen werden vom GKV-Spitzenverband festgelegt.

Erstverordnung von Sehhilfen durch einen Augenarzt

Der Gesetzestext "verordnete Fernkorrektur" (§ 33 Absatz 2 S. 2 Nr. 2 SGB V) legt eindeutig fest, dass die Erstverordnung von Sehhilfen auch für die neue Gruppe von Anspruchsberechtigten durch einen Augenarzt erfolgen muss.

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25. September 2017