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IT in der Praxis

Materialien

Allgemeine Rechtsnormen

IT-Sicherheit und Datenschutz

Initiative "Mit Sicherheit gut behandelt"

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt beziehungsweise Psychotherapeut und Patient ist durch die ärztliche Schweigepflicht geschützt. Allerdings nehmen die Risiken für einen vertraulichen Umgang mit den Behandlungsdaten durch den Einsatz moderner Informationstechnologien auch in den Praxen zu. Nur wer als Praxisinhaber mit dem Einsatz sicherer IT-Lösungen auf die vielfältigen Gefährdungspotentiale reagiert, kann den Anforderungen der ärztlichen Schweigepflicht gerecht werden. Die Initiative "Mit Sicherheit gut behandelt" – ein Projekt des Landesdatenschutzbeauftragten und der KV RLP – hilft Praxisinhabern bei ihrer Aufgabe, eine angemessene IT-Sicherheit und einen effektiven Datenschutz zu gewährleisten.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die Krankenkassen haben die elektronische Gesundheitskarte (eGK) an ihre Versicherten ausgegeben. Die Krankenversichertenkarte wurde damit abgelöst. Zunächst soll die eGK die gleiche Funktion wie die Krankenversichertenkarte erfüllen.

In den nächsten Jahren sollen dann Online-Anwendungen wie der gesetzlich vorgeschriebene Quartalsabgleich der Versichertenstammdaten und freiwillige Dienste wie der elektronische Arztbrief, die Speicherung von Notfalldaten und, sofern der Versicherte dem zustimmt, die elektronische Fallakte hinzukommen. Eine Verpflichtung zur technischen Umrüstung besteht für die Praxis daher frühestens mit Einführung der Online-Anwendungen.

Seit 1. Januar 2015 gilt nur noch die eGK

Seit dem 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die eGK als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme von Leistungen.

Kartenlesegeräte

Zum Einlesen der eGK benötigt jede Praxis ein spezielles Kartenlesegerät – ein sogenanntes stationäres eHealth-BCS-Terminal. Bei Bedarf kommt noch ein mobiles MobiKT-Gerät hinzu.

Diese Geräte können auch die alte Krankenversichertenkarte verarbeiten und sind zudem für die kommenden eGK-Online-Anwendungen geeignet. Wichtig: Sie müssen von der Betreibergesellschaft gematik zugelassen und zertifiziert worden sein. 

Zugelassene und zertifizierte Kartenlesegeräte

Praxisverwaltungssystem

Vor dem Kauf neuer eGK-Kartenlesegeräte sollte in jedem Fall geprüft werden, ob das eigene Praxisverwaltungssystem diese unterstützt. Welche eHealth-BCS-Terminals und MobiKT-Geräte kompatibel sind, erfahren Sie vom jeweiligen Softwareanbieter. Dieser sollte generell im Vorfeld der technischen Umrüstung zu Rate gezogen werden.

Weiterverwendung vorhandener Kartenlesegeräte

Wer vorhandene Kartenlesegeräte weiterverwenden möchten, sollte Folgendes beachten:

Stationäre KVK-Kartenlesegeräte
  • Stationäre KVK-Kartenlesegeräte der alten Generation können weiterhin nur die alte Krankenversichertenkarte, nicht aber die eGK einlesen. Die Versichertendaten müssen im gegebenen Fall im Ersatzverfahren, das heißt manuell, erfasst werden. Mit Einführung der Online-Anwendungen sind KVK-Kartenlesegeräte grundsätzlich nicht mehr geeignet.

    Stationäre multifunktionale Kartenterminals (MKT)

    Stationäre multifunktionale Kartenterminals (MKT) sind vorerst noch einsatzfähig und können sowohl die alte Krankenversichertenkarte als auch die eGK verarbeiten. Sie eignen sich aber dann spätestens mit der Einführung der Online-Anwendungen nicht mehr.

  • Mobile Kartelesegeräte
  • Mobile Kartenlesegeräte der alten Generation können für die eGK überhaupt nicht verwendet werden. Auch hier müssen die Versichertendaten im gegebenen Fall im Ersatzverfahren erfasst werden.

Einrichtungen und Behörden

Bundesministerium für Gesundheit

Das Bundesministerium für Gesundheit informiert ebenfalls zu Themen rund um eGK.

gematik

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) steuert gemäß dem gesetzlichen Auftrag Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der eGK. Online stellt sie unter anderem Informationen zu den technischen Anforderungen bereit.

Rechtsnormen

Einführung und Nutzung der eGK sind gesetzlich festgelegt. Die wichtigsten Rechtsnormen:

Testregion

In Rheinland-Pfalz wird die eGK in der Region Trier getestet. Der aktuelle Stand ist im Internet einsehbar.

Hard- und Software

Praxis-EDV

Praxis-Website

Die Praxis-Website ist für die Patienten ein beliebtes Informationsinstrument. Viele Patienten informieren sich hier vorab über ihren Arzt und Psychotherapeuten. Ein eigener Internetauftritt will deshalb gut geplant sein. Damit der Start erfolgreich verläuft, ist einiges zu beachten – vor allem die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen sehr genau eingehalten werden.

Ziele

Zunächst einmal sollten Sie sich über die Gründe und Ziele Ihrer Praxis-Website klar werden. Definieren Sie auch die Zielgruppen möglichst präzise und setzen Sie dabei Prioritäten. Wer sich zudem bewusst auf wenige Themenschwerpunkte konzentriert, schafft Alleinstellungsmerkmale, die das eigene Profil zu schärfen.

Aus definierten Zielen und Alleinstellungsmerkmalen können Sie Ihre eigene Praxisphilosophie entwickeln. Eine gute Form der Darstellung im Internet ist der unterschriebene Arzt- bzw. Psychotherapeutenbrief. Hierin können Sie Ihre Überlegungen zur Praxis benennen, Praxisteam und Behandlungsschwerpunkte vorstellen oder ein prägnantes Praxismotto formulieren.

Design

Ziele, Alleinstellungsmerkmale, Praxisphilosophie: Hieraus ergeben sich bereits viele Anhaltspunkte dafür, wie Ihre Praxis-Website später aussehen wird. Setzen Sie in Ihrer Praxis zum Beispiel stark auf technische Neuerungen und modernste Behandlungsmethoden, passen kühlere Farben und ein klares Design am besten.

Sofern Sie bereits ein Praxisdesign haben, wird dieses auch im Internetauftritt fortgeführt. Unbedingt sollten Sie unterschiedliche Gestaltungsformen von Praxisdokumenten und Website vermeiden, da dies den Wiedererkennungswert Ihrer Praxis schmälert.

Umsetzung

Für die konkrete Umsetzung ist es wichtig, einen Verantwortlichen im Team zu bestimmen. Benötigte Materialien und Inhalte sollten vor dem Projektstart in guter Qualität vorhanden sein. Die Umsetzung sollte von professioneller Seite aus erfolgen.

Sofern Sie einen Auftrag an einen externen Anbieter vergeben, sollten Sie einen Vertrag abschließen, der sowohl das Design- als auch das Technikkonzept enthält. Ebenso sollte darin ein Nachbesserungsrecht vereinbart sein. Halten Sie auch ein Lieferdatum sowie Rabatte bei Fristüberschreitung fest. Der Anbieter sollte Ihnen dazu einen Festpreis und nicht etwa geschätzte Arbeitsstunden nennen.

Demonstrieren Sie von Anfang an Fachkenntnis: Vereinbaren Sie eine barrierefreie Website und eine statistische Aufzeichnung der Seitenbesuche. Arbeiten Sie an der Struktur der Menüführung mit.

Rechtliches

Das generelle Werbeverbot für Ärzte und Psychotherapeuten gilt auch für die eigene Praxis-Website. Unlauterer Wettbewerb darf erst recht nicht über den eigenen Internetauftritt betrieben werden. Bei der Realisierung sollten Sie in jedem Fall die geltenden Regeln beachten, da sonst empfindliche Bußgelder drohen.

Veröffentlichen Sie deshalb auf der Startseite Ihres Auftritts nur Informationen, die auch auf dem Praxisschild stehen dürfen. Stellen Sie außerdem auf den Unterseiten ausschließlich solche Inhalte ein, die auch in sogenannten Praxisinformationsschriften vorkommen können. Zum Pflichtprogramm Ihrer Website gehören ein Impressum sowie eine Datenschutzerklärung. Beides sollte für den Besucher Ihres Internetangebots neben einem Kontaktformular leicht zugänglich sein.

Wählen Sie außerdem den Domainnamen sorgfältig aus. Namen wie "arzt-mainz.de" oder "pfaelzer-psychotherapeutin.de" zählen laut Gesetz zum unlauteren Wettbewerb, weil sie im Hinblick auf Ihre Fachkollegen eine marktbeherrschende Stellung bzw. eine größere Fachkompetenz suggerieren. Verwenden Sie also lieber Ihren eigenen Namen. "dr-musterfrau-mainz.de" oder "psychotherapeutmustermann.de" zum Beispiel sind erlaubt.

Berufsordnung

Im Zweifel gilt immer die Berufsordnung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Sicherheitshalber sollten Sie sich rechtlich beraten und Ihre neue Website vor dem Start genauestens auf die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen überprüfen lassen.

Aktualität

Ihre Praxis-Website lebt von Aktualität. Sorgen Sie deshalb in regelmäßigen Abständen für neue Inhalte. Jahreszeitabhängige Informationen etwa zu Allergien, Reisemedizin oder Impfungen helfen Ihren Patienten stets weiter und sorgen für wiederholte Besuche.

Soziale Medien

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30. Juli 2016