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Bedarfsplanung

Wo sich Mediziner heute niederlassen können, hängt vor allem von der Bedarfsplanung ab. Denn Ärzte und Psychotherapeuten, die gesetzlich versicherte Patienten ambulant behandeln möchten, benötigen einen freien Vertragsarztsitz. Wie viele es von ihnen in einer Region gibt, regelt die Bedarfsplanung.

Hintergrund

Verhältniszahl

Die Einwohnerzahl einer bestimmten Region ist ausschlaggebend, um zu berechnen, wie viele Ärzte für eine bedarfsgerechte ambulante Versorgung notwendig sind. Idealerweise sollte das Verhältnis von Arzt zu Einwohnern einem Versorgungsgrad von 100 Prozent entsprechen.

Planungsbereiche

Um zu regeln, wo die Ärzte gebraucht werden, ist Deutschland in verschiedene Planungsbereiche aufgeteilt. Hausärzte werden dabei kleinräumig beplant (mehr Planungsbereiche), Fachärzte großflächig (weniger Planungsbereiche). Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Landesverbände der Krankenkassen erstellen dazu entsprechende Bedarfspläne.

Die Planungsbereiche wiederum sind in vier Versorgungsebenen aufgeteilt: die hausärztliche Versorgung in Mittelbereiche, die allgemeine fachärztliche Versorgung in Kreise beziehungsweise kreisfreie Städte, die spezialisierte fachärztliche Versorgung in Raumordnungsregionen und die gesonderte fachärztliche Versorgung in KV-Regionen.

Demographiefaktor

Der Versorgungsbedarf in einem Planungsbereich hängt nicht nur von der Anzahl der Einwohner ab, sondern auch von ihrer Altersstruktur. Wenn in einer Region mehr ältere Patienten zu betreuen sind, können sich dort auch mehr Ärzte derjenigen Fachgruppen niederlassen, die Ältere häufig in Anspruch nehmen.

Daher ist in der Bedarfsplanungsrichtlinie der sogenannte Demographiefaktor enthalten. Er passt die Arztdichte an das Alter und somit an den höheren Versorgungsbedarf der Bevölkerung an. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben dadurch die Möglichkeit, von der Bedarfsplanungsrichtlinie abzuweichen und die Versorgung an den realen Bedarf in ihrer Region anzupassen.

Fachgruppen

Auch Fachgruppen mit seltener Spezialisierung und weniger als 1.000 Ärzten wie Nuklearmediziner werden bei der Beplanung berücksichtigt. Die Bedarfsplanung gilt für alle Fachrichtungen – von der Orthopädie über die Radiologie bis zur Allgemeinmedizin und Psychotherapie. Dadurch gibt es 23 Fachgruppen.

Niederlassung

Für niederlassungswillige Ärzte und Psychotherapeuten ist von Bedeutung, ob der für sie in Frage kommende Planungsbereich offen oder gesperrt ist. Liegt der Versorgungsgrad beispielsweise für Orthopäden in einem Zulassungsbezirk unter 110 Prozent, können sich in der Regel dort weitere Orthopäden niederlassen.

Offener Planungsbereich

Ärzte und Psychotherapeuten, die sich in einem offenen Planungsbereich niederlassen möchten, müssen nicht auf eine freiwerdende Praxis warten, um eine Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung zu erhalten. Sie können sowohl eine neue Praxis gründen als auch eine alte übernehmen oder problemlos in eine Gemeinschaftspraxis einsteigen.

Gesperrter Planungsbereich

Ein Planungsbereich gilt als überversorgt und damit gesperrt, wenn die Arztdichte einer Fachgruppe einen Wert über 110 Prozent erreicht. Es gilt ein Zulassungsstopp. Ärzte und Psychotherapeuten können sich dort nur dann neu niederlassen oder anstellen lassen, wenn ein anderer Arzt oder Psychotherapeut seine Zulassung zurückgibt und damit ein Vertragsarztsitz in der Fachgruppe frei wird.

Text: KBV/red

Situation in Rheinland-Pfalz

Bedarfsplan

Geöffnete und gesperrte Planungsbereiche

Hinweis

Dem Zulassungsausschuss liegen aus vorherigen Verfahren bereits Anträge vor, so dass in dem folgenden Planungsbereich trotz anderslautender Ausschreibung nur die ausgewiesene Anzahl an Stellen für Zulassung oder Anstellung zur Verfügung steht:

FachgruppePlanungsbereichStellen
Ärztliche Psychotherapeuten
  • Cochem-Zell

1

HNO-Ärzte
  • Germersheim
0
Hausärzte
  • Pirmasens
0

Versorgungsebenen

Hausärztliche Versorgung

Allgemeine fachärztliche Versorgung

Spezialisierte fachärztliche Versorgung

Gesonderte fachärztliche Versorgung

  • als Planungsbereich gilt Rheinland-Pfalz (Gesonderte fachärztliche Versorgung)

Materialien

Rechtsnormen

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21. August 2017