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DMP

Rund 80 Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen entfallen auf rund 20 Prozent der Versicherten – viele davon mit chronischer Erkrankung. Um die medizinische Versorgung der chronisch kranken Menschen zu verbessern und die Behandlungskoordination zu optimieren, wurden die Disease-Management-Programme – kurz DMP – eingeführt. Sie bilden den Rahmen für eine kontinuierliche und effiziente Langzeitbehandlung. Gegenstand dieser Programme sind insbesondere Indikationen, die zu den sogenannten Volkskrankheiten zählen. Aktuell existieren in Rheinland-Pfalz DMP für:

 

  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Asthma bronchiale
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
  • Brustkrebs

Die Teilnahme ist für alle Beteiligten freiwillig.

 

Inhalte
Die Versorgung chronisch kranker Menschen wird innerhalb der DMP über den gesamten Krankheitsverlauf und über die Sektorengrenzen hinweg koordiniert. Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen sowie andere Leistungserbringer arbeiten entlang definierter Behandlungs- und Betreuungspfade zusammen. Der Informationsaustausch zwischen den Sektoren soll damit verbessert, Mehrfachuntersuchungen vermieden und eine optimierte Medikamenten-Compliance erreicht werden. Für den Patienten ist der koordinierende Arzt zentraler Ansprechpartner.

 

Die DMP-Inhalte basieren auf aktuellen, evidenzbasierten Leitlinien. Sie haben das Ziel, die Lebensqualität der chronisch Kranken zu erhöhen, indem krankheitsbedingte Beeinträchtigungen und Folgeerkrankungen vermieden bzw. verringert werden. Die ärztliche Therapiefreiheit bleibt jedoch auch im Rahmen der DMP gewahrt, da sich die Therapie selbst weiterhin nach den individuellen Bedürfnissen des Erkrankten richtet.

 

Qualitätssicherung
Die DMP unterliegen höchsten Qualitätsstandards. Sofern Sie als DMP-Arzt tätig werden möchten, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Je nach Ausgangslage und persönlichem Interesse haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Versorgungsebenen mit definierten Aufgaben abzudecken. So können Sie z. B. als koordinierender Arzt oder als unterstützender Facharzt mitwirken. Eine Genehmigung zur Teilnahme stellt in Rheinland-Pfalz die KV RLP aus.

 

Einweisungen von DMP-Patienten zur stationären Behandlung oder zur Rehabilitation sollen vorrangig nur in die jeweils angebundenen Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen erfolgen.

 

Dokumentation und eDMP
Eine Bedingung für die Teilnahme von Ärzten an einem DMP ist die lückenlose Dokumentation der Behandlung. Mit der Erstdokumentation ist sichergestellt, dass nur Versicherte mit der entsprechenden Diagnose in das Programm eingeschrieben und die Grunddaten der medizinischen Behandlung erfasst werden. Die weiteren Behandlungsergebnisse werden in der Folgedokumentation erfasst.

 

Seit April 2008 ist die elektronische Dokumentation – kurz eDMP – für alle teilnehmenden Ärzte verpflichtend. Die Daten der Erst- und Folgedokumentation werden auf einem Datenträger eingereicht. Durch das eDMP wird das Dokumentationsverfahren effizienter: Die zertifizierte Software prüft alle Eintragungen schon bei der Eingabe auf Plausibilität und Vollständigkeit, so dass zeitaufwändige Korrekturen vermieden werden.

 

Datenstelle und Gemeinsame Einrichtung
Die Datenstelle Trier, gegründet von der KV RLP und den beteiligten Krankenkassen, ist für die Erfassung und Verarbeitung der für die DMP-Programme relevanten Daten der eingeschriebenen Patienten zuständig. Sie kanalisiert den Datenfluss gemäß den gesetzlichen und datenschutzrechtlichen Aspekten.

 

Die Gemeinsame Einrichtung verwertet die gesammelten Informationen. Als gemeinsame Institution von KV RLP und Krankenkassen führt sie eine DMP-begleitende Qualitätssicherung durch. Im individuellen Feedback-Bericht erteilt sie jedem Arzt regelmäßig Auskunft darüber, inwieweit die Qualitätsziele erreicht worden sind und wie sich der Behandlungsverlauf seiner Patienten darstellt. Der Indikationsspezifische Bericht dagegen zeigt für jedes DMP, inwieweit die Ziele insgesamt erreicht worden sind und wo gegebenenfalls Verbesserungsbedarf besteht.

 

Verträge
Alle rheinland-pfälzischen Krankenkassen mit Ausnahme der AOK Rheinland-Pfalz sind Vertragspartner der KV RLP. Die Leistungen jedes Vertrages sind von den teilnehmenden Ärzten für Versicherte dieser Kassen abrechnungsfähig.

 

Patient
Die Einschreibung des einzelnen Patienten in ein DMP übernimmt der koordinierende Arzt. Zusammen mit der entsprechenden Diagnose reicht dieser die Erstdokumentation sowie die Teilnahme-Einwilligungserklärung des chronisch Kranken bei der DMP-Datenstelle ein. Die DMP-Teilnahme ist für den Patienten auch mit Pflichten verbunden, z. B. damit, an den ärztlich empfohlenen Schulungsmaßnahmen teilzunehmen und regelmäßig den koordinierenden Arzt aufzusuchen, um die aktuelle Therapie überprüfen zu lassen.

 

Service
Wenn Sie Fragen zu den Disease-Management-Programmen haben oder eine Genehmigung zur Teilnahme beantragen möchten, sind wir gerne für Sie da.

 

Kontakt
Service-Center der KV RLP
Telefon 0 61 31 / 3 26-326
Fax 0 61 31 / 3 26-327
E-Mail

Datenstelle für DMP
Tessenowstraße 29
54295 Trier
Telefon 06 51 / 1 70-390
Fax 06 51 / 1 70 39 30

KV RLP  |  Isaac-Fulda-Allee 14, 55124 Mainz  |  Telefon 0 61 31 / 326-326
Fax 0 61 31 / 326-327  |  E-Mail service@kv-rlp.de